Video-CD und DVD

Video-CD abspielen: Welche Player und Programme heute noch funktionieren

VCD und SVCD am Computer, am Fernseher und ohne Laufwerk: was funktioniert, was die DAT-Dateien bedeuten und wie Sie Lesefehler umgehen.

Die Video-CD war in den 1990er-Jahren ein verbreitetes Format für Filme, Karaoke und Lernvideos. In vielen Haushalten liegen noch VCDs, oft auch selbst gebrannte Scheiben mit Familienaufnahmen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sie heute abspielen. Hintergründe zu VCD, SVCD und DVD erklärt der Ratgeber Video-CD, SVCD und DVD.

Am Computer mit VLC

Der VLC Media Player ist kostenlos, quelloffen und für Windows, macOS und Linux verfügbar. Er bringt alle nötigen Decoder mit und spielt VCD, SVCD und ungeschützte DVDs ab.

  1. VLC installieren: Von der offiziellen Website videolan.org herunterladen, nicht von Downloadportalen mit Zusatzsoftware.
  2. Disc einlegen: Die VCD ins optische Laufwerk legen.
  3. Medium öffnen: In VLC über Medien, „Medium öffnen“ den Reiter Disc wählen.
  4. VCD einstellen: Als Disc-Typ „SVCD/VCD“ wählen und das Laufwerk auswählen.
  5. Abspielen: Auf Wiedergabe klicken. Mehrere Titel lassen sich über das Menü Wiedergabe ansteuern.

Unter macOS zeigt VLC das Laufwerk im Bereich Geräte. Unter Linux erkennt VLC die Disc meist als /dev/sr0 oder /dev/cdrom.

Die DAT-Dateien direkt öffnen

Öffnen Sie eine VCD im Datei-Explorer, sehen Sie mehrere Ordner. Das Video liegt im Ordner MPEGAV in Dateien mit Namen wie AVSEQ01.DAT. Trotz der ungewohnten Endung handelt es sich um MPEG-1-Video mit MPEG-Ton. Diese Dateien können Sie direkt in VLC öffnen oder auf die Festplatte kopieren.

Ordner Inhalt
MPEGAV Videodateien der VCD (AVSEQ01.DAT, AVSEQ02.DAT …)
MPEG2 Videodateien der SVCD
VCD bzw. SVCD Steuerinformationen der Disc
SEGMENT Standbilder und Menügrafiken
CDI, EXT, KARAOKE Zusatzdaten, je nach Disc

Beim Kopieren kann es vorkommen, dass Windows Lesefehler meldet, obwohl die Disc im Player läuft. Das liegt am besonderen CD-Modus der VCD, der weniger Fehlerkorrektur nutzt. VLC und spezielle Programme lesen die Daten oft trotzdem.

Am Fernseher

Viele DVD-Player beherrschen VCD, weil das Format technisch einfach ist. Bei SVCD ist die Unterstützung geringer. Neuere Blu-ray-Player lassen VCD häufig ganz weg. Ein Blick in die Bedienungsanleitung unter „abspielbare Medien“ klärt, was ein Gerät kann. Auch Spielekonsolen spielen in der Regel keine VCDs ab.

Funktioniert die Disc am Fernseher nicht, gibt es zwei Auswege: Die Datei am Computer in MP4 umwandeln und per USB-Stick oder Heimnetz zum Fernseher bringen, oder einen älteren DVD-Player mit VCD-Unterstützung nutzen.

Ohne optisches Laufwerk

Viele neue Laptops haben kein CD-Laufwerk mehr. Externe USB-Laufwerke für CD und DVD sind günstig erhältlich und funktionieren ohne Treiber an Windows, macOS und Linux. Achten Sie bei sehr flachen Modellen darauf, dass die Stromversorgung über einen USB-Anschluss reicht. Bei Problemen hilft ein USB-Anschluss direkt am Gerät statt über einen Verteiler.

Wenn die Disc Probleme macht

Ruckeln oder Standbilder: Fingerabdrücke und Staub stören. Die Disc mit einem weichen, fusselfreien Tuch gerade von innen nach außen wischen, nicht im Kreis.

Disc wird nicht erkannt: Ein anderes Laufwerk probieren. Ältere Laufwerke lesen Video-CDs manchmal besser als neue. Auch Kratzer auf der Oberseite, wo die Datenschicht direkt unter dem Etikett liegt, können eine Disc unlesbar machen.

Selbst gebrannte Disc: Gebrannte Rohlinge altern. Kopieren Sie lesbare Teile so bald wie möglich auf die Festplatte. Programme zum Datenretten versuchen fehlerhafte Stellen mehrfach zu lesen.

Welches Format liegt vor?

Nicht jede silberne Scheibe mit Film ist eine Video-CD. Ein kurzer Blick in die Ordner verrät das Format:

  • Ordner MPEGAV mit DAT-Dateien: Video-CD (VCD).
  • Ordner MPEG2 mit MPG-Dateien: Super Video CD (SVCD).
  • Ordner VIDEO_TS auf einer CD: eine sogenannte Mini-DVD oder cDVD, also DVD-Struktur auf einem CD-Rohling. Viele Player verweigern sie, VLC spielt sie in der Regel ab.
  • Einzelne Dateien wie AVI, MPG oder MP4: eine Daten-CD mit Videodateien. Sie lassen sich wie jede andere Datei kopieren und abspielen.

Auch die Laufzeit gibt einen Hinweis: Eine VCD fasst etwa 74 bis 80 Minuten, eine SVCD wegen der höheren Datenrate deutlich weniger. Lange Spielfilme wurden deshalb auf zwei oder drei Discs verteilt.

Langfristig: VCD in eine Datei umwandeln

Abspielgeräte für Discs werden seltener. Wer seine Video-CDs auch in Zukunft ansehen möchte, sollte sie in eine moderne Datei umwandeln. Wie das mit kostenlosen Werkzeugen geht, zeigt der Ratgeber VCD in MP4 umwandeln. Warum MPEG-1 heute klein und unscharf wirkt, erklärt der Ratgeber MPEG-1, MPEG-2 und MPEG-4.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum zeigt Windows auf der VCD nur DAT-Dateien?
Weil die Video-CD keine normale Daten-CD ist. Das Video liegt in einem besonderen CD-Modus vor, den der Datei-Explorer als DAT-Datei anzeigt. VLC spielt diese Dateien direkt ab, ffmpeg wandelt sie um.
Spielt ein Blu-ray-Player Video-CDs?
Das ist von Modell zu Modell verschieden. Viele Blu-ray-Player unterstützen VCD nicht mehr. Steht VCD nicht in der Formatliste der Bedienungsanleitung, ist der Computer der sicherere Weg.
Was ist der Unterschied zwischen VCD und SVCD beim Abspielen?
Die SVCD nutzt MPEG-2 und speichert ihre Daten im Ordner MPEG2. Sie wird von weniger Geräten unterstützt als die VCD. VLC spielt beide ab.
Die Disc ruckelt oder bleibt hängen. Was kann ich tun?
Reinigen Sie die Disc vorsichtig von innen nach außen, probieren Sie ein anderes Laufwerk und kopieren Sie die DAT-Datei zuerst auf die Festplatte. Abspielen von der Festplatte ist robuster als direkt von der Disc.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Munich Vision. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.