Bitrate beim Video: Welche Einstellung für welche Auflösung?
Die Datenrate entscheidet über Größe und Qualität: wann CRF besser ist als eine feste Bitrate und welche Richtwerte als Ausgangspunkt taugen.
Die Bitrate ist neben dem Codec der wichtigste Faktor für die Qualität eines Videos. Sie bestimmt, wie viele Daten pro Sekunde zur Verfügung stehen, um Bild und Ton zu beschreiben. Zu wenig, und das Bild zerfällt in Klötzchen. Zu viel, und die Datei wird unnötig groß. Dieser Ratgeber erklärt die Begriffe und nennt Richtwerte als Ausgangspunkt.
Was die Bitrate bedeutet
Die Bitrate wird meist in Kilobit (kbit/s) oder Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angegeben. Ein Video mit 8 Mbit/s verbraucht in jeder Sekunde acht Millionen Bit, also etwa ein Megabyte. Eine Stunde ergibt damit rund 3,6 Gigabyte nur für das Bild.
Wie viel Bitrate ein Video braucht, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Auflösung: Mehr Bildpunkte brauchen mehr Daten.
- Bildrate: 50 oder 60 Bilder pro Sekunde brauchen mehr als 25 oder 30.
- Inhalt: Bewegung, Rauschen und feine Strukturen wie Laub oder Wasser kosten viele Daten. Ein ruhiger Vortrag braucht wenig.
- Codec: H.265 und AV1 erreichen dieselbe Qualität mit weniger Daten als H.264.
CRF, CBR und VBR
| Verfahren | Prinzip | Geeignet für |
|---|---|---|
| CRF (Constant Rate Factor) | feste Qualität, Datenrate schwankt | eigene Dateien, Archiv, Weitergabe |
| CBR (Constant Bitrate) | feste Datenrate | Live-Streaming, feste Übertragungswege |
| VBR (Variable Bitrate) | Zielwert mit Schwankung | Uploads, Dateien mit Größenvorgabe |
| Zwei Durchgänge (2-Pass) | genaue Zielgröße bei bester Verteilung | wenn eine Datei exakt passen muss |
Für die meisten privaten Zwecke ist CRF die beste Wahl. Sie geben vor, wie gut das Ergebnis aussehen soll, und der Encoder verteilt die Daten selbst. Ruhige Szenen werden klein, bewegte bekommen mehr Daten.
Richtwerte für CRF
Die Werte gelten für die Encoder x264 (H.264) und x265 (H.265) in ffmpeg und HandBrake. Andere Encoder haben andere Skalen.
| Qualität | H.264 (x264) | H.265 (x265) |
|---|---|---|
| sehr hoch, kaum vom Original zu unterscheiden | 16 bis 18 | 20 bis 22 |
| hoch, gute Weitergabequalität | 19 bis 22 | 23 bis 26 |
| Standard des Encoders | 23 | 28 |
| sparsam, sichtbare Verluste möglich | 24 bis 28 | 29 bis 32 |
Ein Unterschied von sechs Stufen entspricht grob einer Halbierung oder Verdopplung der Dateigröße. Probieren Sie an einem kurzen, bewegten Ausschnitt mehrere Werte aus und vergleichen Sie das Ergebnis auf dem Gerät, auf dem das Video später läuft.
Richtwerte für feste Bitraten
Brauchen Sie eine feste oder durchschnittliche Bitrate, helfen diese Werte als grobe Orientierung für H.264. Sie sind keine Norm und hängen stark vom Inhalt ab:
| Auflösung | 25 bis 30 Bilder/s | 50 bis 60 Bilder/s |
|---|---|---|
| 576p (PAL, DVD, VHS) | 2 bis 4 Mbit/s | 3 bis 5 Mbit/s |
| 720p | 5 Mbit/s | 7,5 Mbit/s |
| 1080p | 8 Mbit/s | 12 Mbit/s |
| 1440p | 16 Mbit/s | 24 Mbit/s |
| 2160p (4K) | 35 bis 45 Mbit/s | 53 bis 68 Mbit/s |
Die Werte ab 720p orientieren sich an den Upload-Empfehlungen von YouTube für Standardvideos. Mehr dazu im Ratgeber YouTube-Exporteinstellungen. Für H.265 kommen Sie bei ähnlicher Qualität mit spürbar weniger aus.
Ton nicht vergessen
Der Ton braucht im Vergleich wenig Platz. Für AAC-Stereo sind 128 bis 192 kbit/s für die meisten Zwecke ausreichend. Bei Musikvideos oder für Uploads können Sie höher gehen. Mono-Ton von alten Camcordern kommt mit weniger aus.
Beispiele mit ffmpeg
# Qualität vorgeben (empfohlen)
ffmpeg -i eingabe.mkv -c:v libx264 -crf 20 -preset slow -c:a aac -b:a 160k ausgabe.mp4
# Durchschnittliche Bitrate mit Obergrenze
ffmpeg -i eingabe.mkv -c:v libx264 -b:v 8M -maxrate 10M -bufsize 16M -c:a aac -b:a 192k ausgabe.mp4
Das -preset beeinflusst die Rechenzeit: Langsamere Voreinstellungen erzeugen bei gleicher Qualität etwas kleinere Dateien. medium ist der Standard, slow ein guter Kompromiss.
Bitrate und Social Media
Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube kodieren jedes hochgeladene Video neu. Eine sehr hohe Bitrate beim Upload hilft deshalb nur begrenzt, eine zu niedrige schadet aber deutlich, weil die Plattform dann aus einer bereits verlustbehafteten Vorlage komprimiert. Wählen Sie für Uploads eine hohe Qualität. Den Überblick gibt der Ratgeber Videos für Social Media.
Kleiner werden, ohne schlechter zu werden
Ist eine Datei zu groß, liegt das oft an einer unnötig hohen Bitrate oder einem älteren Codec. Wie Sie Videos gezielt verkleinern, ohne dass man es sieht, beschreibt der Ratgeber Videos verkleinern ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
Fragen und Antworten
- Was ist CRF?
- CRF steht für Constant Rate Factor. Statt einer festen Datenrate geben Sie eine Qualitätsstufe vor. Der Encoder verwendet für ruhige Szenen wenig und für bewegte Szenen mehr Daten. Kleinere Werte bedeuten bessere Qualität und größere Dateien.
- Wann brauche ich eine feste Bitrate?
- Wenn die Datenrate begrenzt ist, etwa beim Live-Streaming oder wenn eine Datei eine bestimmte Größe nicht überschreiten darf. Für Dateien auf der eigenen Festplatte ist CRF praktischer.
- Wie berechne ich die Dateigröße aus der Bitrate?
- Dateigröße in Megabyte ist ungefähr Bitrate in Megabit pro Sekunde mal Dauer in Sekunden geteilt durch acht. Ein Video mit 8 Mbit/s und zehn Minuten Länge ergibt also etwa 8 mal 600 geteilt durch 8, also rund 600 MB, plus Ton.
- Bringt eine höhere Bitrate bei VHS-Aufnahmen mehr Qualität?
- Nur bis zu einem gewissen Punkt. Ist die Datenrate hoch genug, um alle Details der Vorlage zu erhalten, verbessert eine noch höhere Rate nichts mehr. Bei VHS ist dieser Punkt wegen der geringen Auflösung früh erreicht.
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Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Munich Vision. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.